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Bis zum Horizont und darüber hinaus – Wie Reisen unsere Persönlichkeit beeinflusst
Daniel Will – Motivation & Selbstbewusstsein

Die runde Frau hinter dem kleinen Tresen des Hinterhofladens lächelt uns an und fragt, was wir bestellen wollen. Das Licht der paar Kerzen, die den Raum beleuchten, geben nur wenig Aufschluss darüber, was vor uns liegt. Aber das ist normal. Hier in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, fällt schon mal der Strom aus. Wir bestellen kurzer Hand von jedem etwas: Kartoffeln, Bohnensprossen, Rückenmark, Büffelhirn, gebratener Darm mit Knochenmark gefüllt, getrockneter platter Reis und andere Delikatessen. Der eben auf der Straße kennengelernte Auswanderer Gernot fragt uns grinsend: „Seid ihr sicher?“ Wir nicken und fühlen uns zumindest sicher.

Ob Gap Year, Sabbatical, Auslandsjahr, Auslandssemester, Erasmus, Auszeit oder bloßes Fernweh: Reisen fordern uns heraus. Abgesehen von der Frage, wie der Koffer noch zu gehen soll, sind wir auf Reisen mit fremden Kulturen, Menschen und jeder Menge neuer Eindrücke konfrontiert.

Verschiedene Forschergruppen rund um den Globus haben in Studien dargelegt, dass sich ferne Reisen auf unsere Persönlichkeit auswirken können. Menschen, die für einen längeren Zeitraum in anderen Ländern sind, kommen sozial verträglicher zurück. Zudem sind sie offener für neue Erfahrungen, extravertierter, emotional stabiler und denken und urteilen flexibler über ihre Umwelt. Wer also ein Gap Year anstrebt, ein Auslandssemester in Übersee verbringt oder für ein Arbeitsprojekt in China tätig ist, muss mit der Nebenwirkung rechnen, vielleicht gelassener zurückzukommen und Probleme kreativer lösen zu können. Denn das Eintauchen in fremde Kulturen lockert das Denken und eröffnet neue Perspektiven. Knüpfen wir auswärts Kontakte zu Menschen anderer Nationalitäten, ist der Effekt sogar noch stärker. Zudem hat bei den untersuchten Reisenden die Selbstwirksamkeitserwartung zugenommen, das heißt, die Überzeugung, durch eigene Kompetenzen im Handeln zum gewünschten Ergebnis zu kommen.

Ich glaube, dass wir auch zu Hause über uns hinauswachsen können und manchmal auch müssen. Frei nach Jean Paul Richter: „Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt, Leben Reisen ist.“

Büffelgehirn schmeckt übrigens ähnlich wie ein halb hartgekochtes Ei und ist gut verträglich.

Jetzt mit Daniel Will zu diesem Thema sprechen.

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