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Career Change für „Midlifes“ – 5 Tipps für eine berufliche Neuorientierung

Veröffentlicht von Evelyn Koch in der Kategorie Karriere und Beruf

Mit 40 oder 50 einen „Career Change“, also eine berufliche Neuorientierung zu vollziehen, ist viel schwieriger als mit 20 oder 30. Wir haben mittlerweile oft berufsunabhängige Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen übernommen, wie z.B. einen Haus- oder Wohnungskredit, die Ausbildung der Kinder usw. Vielleicht haben wir auch Angst, einen sicheren Job, in dem wir viele Jahre gearbeitet haben, aufzugeben und gegen einen neuen, eher wieder unsicheren Job einzutauschen.

Am besten ist es dann, alle Fakten zusammenzutragen, die bei einer beruflichen Veränderung „mitten im Leben“ zu beachten sind. Machen Sie eine entsprechende Liste!

In den USA wird über Midlife Career Change schon lange und viel diskutiert und geschrieben. Hier habe ich Ihnen mal 5 Aspekte zusammengetragen, über die Sie sich hierzu am besten Gedanken machen könnten:


1. Wieviel Ausbildung oder Training brauchen Sie für den neuen Job?


Vielleicht haben Sie sich einen neuen Job ausgesucht, für den Sie keine neue Ausbildung benötigen und einfach Ihre vorhandenen Fähigkeiten einsetzen können. Wunderbar, dann können Sie sich ausschließlich auf die Jobsuche konzentrieren.

Wenn Sie aber eine neues Skillset brauchen, müssen Sie vielleicht nochmals die Schulbank drücken oder eine Ausbildung machen. Sind Sie dazu bereit? Wie lange wird es dauern, bis Sie definitiv neu starten können? Mit 50 müssen Sie sich auch schon mal fragen, wie lange Sie noch arbeiten wollen. Wieviel Geld möchten Sie in eine Ausbildung investieren, wenn Sie dann vielleicht nur noch vergleichsweise wenige Jahre arbeiten wollen? Ist der so genannte „return on investment“ wirklich ausreichend?


2. Können Sie sich eine berufliche Neuorientierung leisten?


Ein Career Change kann hohe Ausbildungskosten verursachen. Selbst wenn Sie sich das leisten können, bedeutet eine neue Karriere oft eben auch, ganz neu anzufangen. Das bedeutet, Sie verdienen nicht selten erst mal weniger Geld als in Ihrem alten Job. Vielleicht müssen Sie gar auf einen Einstiegslevel zurückgehen. Eventuell kann auch die Balance zwischen paralleler Ausbildung und Ihrem altem Job schwierig sein. Vielleicht müssen Sie hierbei Teilzeit arbeiten, um die Ausbildung zeitnah zu absolvieren. Können Sie sich in dieser Zeit nun weniger Gehalt leisten? Gibt es eventuell Rücklagen oder finanzielle Überbrückungsmöglichkeiten?


3. Haben Sie die Unterstützung von Familie oder Freunden? 


Für eine berufliche Neuorientierung brauchen Sie die Unterstützung Ihrer Familie oder des Umfeldes, sonst wird es oft schwierig. Reden Sie also mit Ihrer Partner*In, Ihren Kindern, Freunden. Vielleicht steht nun weniger Geld für Urlaub oder besondere Anschaffungen zur Verfügung. Vielleicht wird Ihre Freizeit deutlich geringer durch die Vorbereitungen für die neue Karriere. Das müssen dann alle mittragen.


4. Wichtig: Wie hoch ist das typische Alter der Menschen, die in dem neuen Bereich arbeiten, den Sie sich ausgesucht haben?


Viele Industrien beschäftigen junge Leute, die einzigen Älteren sind im Management. Sind diese bereit, Sie anzustellen? Zahlen sie dann vielleicht nur ein Einstiegsgehalt? Es kann passieren, dass eine Einstellung schwierig wird. Schauen Sie sich also vorher genau den Industriezweig, den Job, das Umfeld an, zu dem Sie sich beruflich verändern wollen. Sprechen Sie mit Leuten, die dort arbeiten, ob es für Sie dort auch mittelfristig eine reale Chance gibt.


5. Wie lange wird es dauern, bis Sie sich nach einem Career Change in der neuen Karriere etabliert haben?


Wenn Sie wirklich eine berufliche Neuorientierung starten, wird Ihr Gehalt eventuell auf Einstiegslevel starten. Nach 2-3 Jahren werden Sie dann vermutlich weiterkommen können. Ihre Berufserfahrung kann Ihnen dabei auch helfen, schneller voranzukommen als die jüngeren Kollegen, vielleicht aber auch nicht: Ihre Erfahrung bezüglich des neuen Jobumfelds kann Alles sein, was zählt. Es kann also sein, dass es eine Weile dauert, bis Sie die Arbeit auf die Weise machen können, wie Sie es sich vor dem Wechsel vorgestellt haben. Fragen Sie sich, ob Sie damit zufrieden wären. Ihre Antwort wird natürlich auch davon abhängen, wann Sie „in Rente“ gehen wollen.

Und was, wenn Sie eine Veränderung wollen, aber keine Idee oder keinen Plan für etwas Neues haben?

Das verrate ich Ihnen gern im zweiten Teil - demnächst hier im talknow® Blog. 

Jetzt mit Evelyn Koch zu diesem Thema sprechen.

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