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Augen auf bei der Berufswahl
Timo Erlei – Karriere und Beruf

Die Wahl der richtigen Ausbildung, beziehungsweise des richtigen Berufes, zählt wohl zu den schwierigsten Entscheidungen im Leben. Man muss bereits als junger Mensch entscheiden, in welche Richtung es gehen soll, ohne genau darüber Bescheid zu wissen worauf man sich einlässt. Hier werden ich dir drei der schwerwiegendsten Fehler beschreiben, die leider nur allzu häufig bei der Berufsfindung gemacht werden.

Blind dem Ruf nach Geld und Macht folgen

Viele träumen von einem Leben, das von Glück und Reichtum geprägt ist, sowie von Statussymbolen wie beispielsweise einem großen Haus, oder einem schnellen Auto. Der nächste Gedanke geht dahin, wie man nun genügen Geld verdienen kann, um diese Vorstellungen zu realisieren. Es finden sich genügend Aufstellungen im Netz, in denen beschrieben wird, welche Studienfächer das größte Einstiegsgehalt mit sich bringen, beziehungsweise mit welchen Jobs man ein hohes Gehalt verdienen kann. Was dabei völlig außer Acht gelassen wird, ist, dass man sich selbst nicht die Frage stellt, ob man für den Job überhaupt geeignet ist. Nicht jedem Menschen liegt ein jahrelanges Medizin- oder Jurastudium, nur um zwei häufige Beispiele zu nennen. Zudem muss man in diesen Berufsfeldern auch noch über mehrere Jahre Praxiserfahrung sammeln, sodass man erst nach vielen harten Jahren zu dem angestrebten Gehalt kommt. Zudem ist es sehr wahrscheinlich, dass sich die persönlichen Stärken und Interessen weder mit dem decken, was in der Ausbildung noch im Berufsalltag gefordert wird. Dies führt leider häufig dazu, dass man nach Jahren verbissener Arbeit zu der unschönen Erkenntnis gelangt, den falschen Weg eingeschlagen zu haben. Das bloße Gehalt, und das damit verbundene Ansehen, sollte also keinesfalls das primäre (und schon gar nicht das einzige) Kriterium bei der Auswahl des Berufes sein.

Die eigenen Stärken und Fähigkeiten außer Acht lassen

Ein weiterer häufiger Fehler ist, dass man sich eine Reihe bekannter Ausbildungen und Jobs sucht und im Anschluss überlegt, was für einen am besten geeignet ist. Dadurch ist es aber sehr wahrscheinlich, dass man eine Vielzahl von Möglichkeiten einfach übersieht, da es weit mehr Berufsfelder gibt als uns bewusst ist. Der bessere Zugang ist es daher, sich auf die eigenen Stärken und Kompetenzen zu fokussieren. Dabei stehen vermeintlich einfache Fragen im Mittelpunkt, deren Beantwortung jedoch nicht immer leicht ist. Dazu gehören die Fragen „Wer bin ich wirklich?“, „Was bereitet mir echte Freude im Leben?“, oder „Welche Werte sind mir wichtig?“. Erste wenn man sich selbst diese fundamentalen Fragen ausreichend beantworten kann, ist man genug im Bilde über die eigenen Kompetenzen um sich auf die Suche nach einem geeigneten Beruf zu machen. Da jetzt nicht mehr die Tätigkeit im Mittelpunkt steht, sondern man selbst als Person, ist es viel wahrscheinlicher, dass man auch langfristig die gesetzten Ziele verfolgen kann, auch wenn schwere Hürden zu meistern sind. 

Das Berufsfeld nach Stereotypen auswählen

Der nächste große Fehler der hier behandelt wird, bezieht sich darauf, dass mit den meisten Berufen fixe Vorstellungen verbunden sind. Einige Jobs sind dabei mit negativen Vorurteilen behaftet, weil sie als schlecht bezahlt, eintönig, oder nervenaufreibend gelten. Andere wiederum werden in ein sehr gutes Licht gerückt und lässt einen die Fehleinschätzung treffen, das man mit dem Ausüben dieses Berufes automatisch reich, erfolgreich und glücklich wird. Man sollte sich Personen suchen, die in dem angestrebten Bereich tätig sind und diese sowohl nach den schönen als auch nach den weniger ansprechenden Aspekten fragen. Zudem sollte man sich auch erkundigen, wie die betroffenen Menschen damit umgehen. Konkret sollte man darauf den Fokus legen, wie aus den schönen Dingen Kraft geschöpft werden kann, um die weniger schönen überwinden zu können. Anschließend sollte man sich selbst die Frage stellen, ob man mit den aufgezeigten Schattenseiten langfristig leben kann, oder ob diese ein Ausschlusskriterium für den Job darstellen. Sich selbst einzugestehen, dass man für einen Beruf eventuell nicht geeignet ist, stellt keinesfalls eine Schande dar, sondern zeigt einem lediglich, dass man sich seiner Grenzen bewusst ist. Leider wird dennoch viel zu häufig der Fehler gemacht, dass man eine Führungsposition anstrebt, um im obersten Stockwerk ein eigenes Büro zu haben, oder Arzt zu sein, um den weißen Mantel tragen zu können. Diese Oberflächlichen Dinge bieten jedoch keine verlässliche Motivation. Man ist viel eher verleitet dazu aufzugeben, wenn man sich bewusst wird, dass man ein Ziel verfolgt, bei dem die Belohnung nicht befriedigend ist. 

Fazit

Diese drei Fehler sind in der Berufsfindung leider allzu häufig anzutreffen. Deshalb soll dieser Ausblick helfen, den verheerenden Folgen einer Entscheidung vorzubeugen, die auf Basis von ungeeigneten Kriterien getroffen wurde. Wenn man sich selbst bewusst ist, wer man wirklich ist und was man tun will, folgt man automatisch einem Pfad, der Glück und Zufriedenheit verspricht.

Jetzt mit Timo Erlei zu diesem Thema sprechen.

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