Blog

„Und, was machst Du so an Weihnachten?“ 5 Tipps gegen Einsamkeit am Fest der Liebe

Veröffentlicht von Daniel Will in der Kategorie Motivation & Selbstbewusstsein

„Und, was machst Du so an Weihnachten?“ „Wie feiert ihr bei euch in der Familie eigentlich Weihnachten?“ „Gibt’s bei euch auch immer Kartoffelsalat und Würstchen oder was esst ihr an Heilig Abend?“ „Ach, Weihnachten ist mit so vielen Terminen irgendwie immer stressig, wie machst Du das so?“ – Gefühlt habe ich dieses Jahr so viele Nachfragen zu meinem Weihnachtsfest bekommen, wie noch nie. Mit bloß einer einzigen dieser Fragen kann jedoch schon sehr vielen Menschen empfindlich auf den Fuß getreten werden. Denn was für viele Menschen ein freudvolles Weihnachtsfest mit Partner*in, Familie und Freunden ist, ist für viele andere ein ungeliebtes Fest der Einsamkeit.


Wer sich einsam fühlt, fühlt sich sozial isoliert und von seinen Mitmenschen abgeschnitten. Das kann verschiedene Ursachen haben. Manche Menschen haben sich gerade von ihrem Partner oder seiner Partnerin getrennt und die Beziehung ist zu Ende, andere sind in eine neue Stadt gezogen oder haben nahe Angehörige verloren. Wieder andere leiden schon ihr ganzes Leben unter einer sogenannten chronischen Einsamkeit. Einsamkeit ist ein ganz subjektives Gefühl, das auch Menschen treffen kann, die nicht allein sind. Gleichzeitig fühlt sich nicht jeder, der allein ist, auch einsam.


Folgende 5 Tipps können Dir dabei helfen, Deiner Einsamkeit gerade an Weihnachten zu begegnen:


1. Übe Dich in Achtsamkeit

So banal es klingt, um so hilfreicher ist es. Versuch Dich auf den Moment zu konzentrieren. Spüre hin, wie sich Dein Körper gerade anfühlt und was sich in Deinem Geist alles regt. Gedanken und Wünsche fürs nächste Jahr sind jetzt noch nicht wichtig und das vergangene Jahr brauchst Du Dir jetzt auch nicht vorzuhalten. Sei hier! Sei bei Dir! Such Dir einen Anker im Jetzt. Vielleicht schaust Du aus dem Fenster und kannst den Schneeflocken beim Tanzen zusehen. Die Regentropfen im nordischen Shietwetter gehen natürlich auch.


Drei nützliche Hilfen:

a) Konzentriere Dich auf Deinen Atem und beobachte, wie Dein Körper Dich mit Sauerstoff versorgt, ganz von selbst.

b) Mach Dir bewusst, dass, wie der Atem selbst, auch Gefühle und Gedanken kommen und gehen, sogar die unangenehmen.

c) Vergiss nie, solange Du atmest, ist mit Dir mehr richtig als falsch.


2. Verbringe gemeinsame Zeit mit Dir – tue Dir etwas Gutes

Wenn außer Dir niemand dabei ist, musst Du nicht darben. Mach es Dir schön, verbring eine gute Zeit mit dem wichtigsten Menschen in Deinem Leben: Dir! Nimm ein heißes Bad, geh in die Therme, koch Dir Dein Lieblingsessen, bewege Dich im Müßiggang, zünde eine Kerze an, backe Plätzchen, verwöhne Dich mit einer Maske, oder oder oder ... Ich bin mir sicher, Du weißt, wie’s geht!


3. Sei nostalgisch: Gönne Dir einen Rückblick

Suchte die alte Lieblingsserie auf Netflix nochmal, höre Deine Hits aus der Jugendzeit, durchstöbere Deine Fotoalben oder ziehe eine ehemals geliebte Klamotte an. Einsamkeit löst nostalgische Gefühle aus, die ihrerseits das Gefühl der Verbundenheit mit anderen Menschen erhöhen. Damit ist Nostalgie eine Ressource, die uns dabei hilft, unser Wohlbefinden auch in schweren Zeiten zu stärken und zu schützen. Nur nicht vergessen: Früher war auch nicht alles besser! Aber achtsam kannst Du schöne Momente sammeln und positive Entwicklungen in Deinem Leben würdigen.


4. Schlaf Dich aus!

Klingt komisch, ist aber so. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Menschen nach einer schlaflosen Nacht einsamer fühlen und sich von ihren Mitmenschen zurückziehen. Gleichzeitig sorgt das Phänomen der sozialen Ansteckung dafür, dass sich die Mitmenschen auch einsamer fühlen, wenn sie auf einen unausgeschlafenen, ergo einsam wirkenden Menschen treffen. Das führt wiederum zu einer sozialen Distanzierung ihrerseits. Ein Teufelskreis entsteht. Also, mach’s Dir zu festen Zeiten in Deinem Bett schön gemütlich, nimm ein leckeres Heißgetränk zu Dir, sei vorher ein bisschen nostalgisch mit Tipp Nr. 3 und schlummere früh und lang. So machst Du im Schlaf aus einem Teufelskreis eine Engelsspirale.


5. Reden hilft: Geh raus, geh unter Menschen!

Jeder fühlt sich in seinem Leben einmal einsam, das ist normal. Es muss aber nicht so bleiben. Es ist auch nicht normal, sich als Alleinerziehende oder Alleinerziehender oder im Alter dauerhaft einsam zu fühlen. Dagegen lässt sich etwas machen: Sprechen. Vielleicht sogar direkt über Dein Gefühl der Einsamkeit. Wenn Du hast, verabrede Dich gezielt mit einem Freund oder einer Freundin, Verwandten, Kolleg*innen. Oder gehe einfach in die Innenstadt, in den Park, in eine nette Kneipe oder Club, verteile gute Wünsche an den Nachbarn. Kleine Begegnungen genügen schon. Schau z.B. auf nebenan.de, was in Deiner Nachbarschaft los ist und geh hin. Vielleicht gibt’s ein geselliges Abendbrot mit all den köstlichen Resten vom Weihnachtsschmaus.


Wenn Du Dir jetzt denkst: „Hab ich schon gemacht, bringt nichts“ oder Du vielleicht sogar zu den Menschen gehörst, die unter chronischer Einsamkeit oder unter Trennung und Verlust von wichtigen Menschen leiden, dann sprich uns an! Sich gemeinsam mit einem Profi den verantwortlichen Ursachen von Einsamkeitsgefühlen zu widmen, ist mit Abstand die beste Hilfe, die Du Dir geben kannst. Einige Kolleg*innen und ich stehen Dir auch über die Weihnachtstage und zwischen den Jahren gerne mit Gesprächen zur Seite.


Jetzt mit Daniel Will zu diesem Thema sprechen.

← Zurück zur Übersicht